ZwischenZeiten 1

Natürlich, auch ich ging durchs Gebirg (der Zeit), um die Zeit zu vergessen und hinter mir zu lassen. Welche eine Utopie, dieser Nirgendort in meinem Rücken oder vielmehr häufte er sich klammheimlich auf ihm an, jetzt und für alle Zeit trage ich sie, „wie einen Buckel“, die furchterregende, allesfressende, nichtende Zeit. Geh weg, komm wieder! Zeit, Zeit, frisst sich das in mein Hirn, ein -umor (namenlos) und platzt sich – aber frech, oder? – an Stelle meines Gedankenapparates. Nun gut, könnte man meinen, nun gut, eine Maschine ersetzt durch eine andere. Ja, wenn es so einfach wäre. Aber wäre dies alles bloß ein Problem der Mechanik, ich könnte mich ja auch selbstvergessen ins nasse Gras fallen lassen, wo im Schatten der Steine („des geweiheten Gebirges“), Findlinge auch sie, immer noch und wahrscheinlich seit Ewigkeiten (von und zu) der Schnee liegt, wie aus Liebe zur Weißheit, auch wenn er schmutziggrau und eine Plastikflasche, das Etikett unlesbar verblichen, fahlblau in ihm stakt. Angesichts der Wassertröpfchen, die sich in ihrem leeren Bauch unter der Sonne gebildet haben, kann man auch ruhig sagen, dass die Flasche im Schnee bereits vollständig aufgehoben, elementarisch im Klammergriff, wobei Zeit keine Rolle spielt.

Was ein schiefes Bild, ein verkehrter Anfang und zudem noch raubkopiert.

Denn ich ging ja gar nicht durchs Gebirg und ich traf auch niemanden, mit dem ich hätte reden können, kein Gespräch wird hier stattgefunden haben, was wiederum auch nicht heißt, dass ich alleine (gewesen) bin. Es liegen aber überall und ständig Steine im Weg, über die man stolpern kann. Zeitkiesel, ich könnte einige davon auflesen und in meine Tasche stopfen, im Schlendern könnte ich das, ohne stehenzubleiben, gerade so, wie die Kiesel am Wegesrand zu liegen kommen, und dann noch im Gehen die Steine weitersortieren, in meinen Taschen, um das Gleichgewicht zu halten, damit sich nicht „unversehn, und keiner weiß es, wenn?“ eine ungewollte temporäre Akkumulierung bildete, die mich runterzöge.

Denn ich kann ja leider nicht auf dem Kopf gehen, stattdessen schleppt sich mein Nachdenken immer hinter mir her, auf der Flucht und angezogen von der gleichen Zeit, immer zur Unzeit, seit Urzeiten, seit ich mich erinnern kann, also auf der Suche nach… mit nach außen gekehrten Taschen, alles rausgekieselt, Löcher überall, wo die wohl herkommen? Das Nach(t)denken, das ist das fast Unmögliche, nicht wahr, weil man da doch immer hinterher bleibt, hinter der Erinnerung, und jetzt kann man sich eine erste Frage stellen. Sind deine Finger nicht viel schneller beispielsweise, im Galopp auf der Jagd nach dem Gewesenen im Buchstaffellauf (press to), schneller als dein Kopf mit der unsichtbaren Maschine, von der du nicht wirklich weißt, was alles drinnen und ob sie dich nicht vielleicht an der Nase herumführt, gezogen-geschoben, du selbst ABGESCHRIEBEN, außer der Zeit? – bilde dir das nicht ein: du bist mittendrin. Wo bleibt dann die Zeit, verschroben oder – VERSCHOBEN? – Immer da, wo wir nicht sind, also überall. Und JA, hilft dir das vielleicht durch die Nacht, in deinem Wechsel von Ja(hr) zu Ja(hr)? Auch das Jasagen muss man jedes Jahr neu erlernen, denn allzu leicht vergisst man dies. Gib mir noch etwas Zeit, um mich zu erklären. In der Zwischenzeit aber

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