Eingangsreflexion

Das Ziel ist erstmal, eine Arbeit auszuführen, die sowohl meinen Fähigkeiten entspricht als auch eine Tätigkeit ist, die ich als sinnvoll erachte. Dabei meint sinnvoll, dass es Sinn für mich und für andere ergibt. Die Arbeit hat ein sichtbares, sinnvolles Resultat zur Folge, das für jedermann erfahrbar und nachvollziehbar ist. Sie stiftet Sinn, erweitert Sinn in der Welt. Als solche Arbeit lebt sie notwendig von der Interaktion mit anderen Menschen. Der Sinn bereichert die Welt, erfüllt mich aber auch, nicht zuletzt, mit Zufriedenheit.

Allgemein habe ich das Gefühl, dass es an sinnvollem Tun, Reflexion, bewussten Handlungen in der Welt mangelt. Der Geist wird individuell vielfach abgelenkt und mit komplexen Aufgaben beschäftigt, die ihn zunehmend daran hindern, in ein Verhältnis mit sich selbst und seiner Beziehung zu der Welt zu treten. Der Mangel an Selbstbewusstsein im Individuum schlägt sich nieder in notwendig oberflächlichen Beziehungen der Menschen untereinander.

Meine persönliche Erfahrung ist die, dass die Beschäftigung mit Kunst und insbesondere Literatur das Ich unendlich erweitert. Wenn ich die Gelegenheit habe, mit Menschen über Literatur, Theater etc. zu sprechen, die vielleicht weniger belesen sind als ich, habe ich stets so etwas wie ein dankbares Interesse erfahren, wenn eine grundsätzliche Offenheit vorhanden war. Aus dieser Überlegung heraus erscheint mir der Lehrerberuf eine konsequente Entscheidung.

Was mich spezifisch an der Waldorfpädagogik anspricht, ist zunächst die Freiheit, die sowohl dem Lernenden wie auch dem Lehrenden gelassen wird. Dann die starke Bewusstheit für die Einheit von körperlicher Empfindung und geistiger Welt. Das Musische scheint mir sehr stark gefördert und gefordert zu werden.

Dass dieser Aspekt auch als relevant für die Lehrer gesehen wird, erachte ich als besonders wichtig. Die körperliche Präsenz kommt vor dem geistigen Eindruck und begleitet diesen stets. Sie verhindert Blockaden bei beiden Parteien (Schüler und Lehrer), indem sie Bewusstsein stets wachhält und damit Selbstbewusstsein ermöglicht und befördert.

Das Ideal eines gelungenen Unterrichts wäre, wenn Schüler später auch nach vielen Jahren sagen können: Mit diesem Gedanken beschäftige ich mich mich, seit wir in der X-Epoche darüber gesprochen haben. Dann hat eine lehrende Person ihr Maximum erreicht.

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